Katy Hoffmeister / Christian Geier: Der Bildungsausschuss endet, der Vorhang fällt, und alle Fragen offen

15.07.2026

Der Bildungsausschuss des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern ist heute zu einer Beratung über die außergewöhnlich hohe Durchfallquote bei den Abiturprüfungen 2026 am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow zusammengetreten. Hintergrund der Debatte sind die Vorwürfe zu erheblichen Defiziten bei der Unterrichtsversorgung und in der Prüfungsvorbereitung, die durch die Abschlussrede einer Abiturientin bundesweite Aufmerksamkeit erregt haben. Die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Katy Hoffmeister, erklärt hierzu:

„Die heutige Sitzung des Bildungsausschusses hinterlässt uns ratlos. Die Landesregierung stochert trotz des Debakels weiterhin im Nebel und liefert keine echten Antworten. Uns wird zwar versichert, dass die Geschehnisse nun umfassend evaluiert werden. Doch die Zusammensetzung des Evaluationsteams weckt neue Zweifel. Wenn die Schulaufsicht, das Institut für Qualitätsentwicklung (IQMV) und ein Schulleiter aus MV die Untersuchung begleiten sollen, dann prüfen sich hier im Grunde Beteiligte selbst. Zumindest prüft hier niemand, der nicht gleichzeitig in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zum Bildungsministerium steht. Eine wirklich unabhängige, kritische Aufarbeitung von außen stellt man sich anders vor. Fest steht auch: Egal was die Aufarbeitung bringen mag: Für die betroffen Schülerinnen und Schüler und deren Eltern kommt sie zu spät. Zudem offenbart der Blick auf die Führung der Schule die nächste Hiobsbotschaft. Die Schulleiterin, die das Gymnasium nach jahrelanger Vakanz und einem blockierten Besetzungsverfahren erst vor rund einem Jahr übernommen hat, wird ihren Posten bereits zum 31. Juli wieder räumen.“

Christian Geier, Mitglied der CDU-Fraktion erklärt: „Warum das hochgelobte Frühwarnsystem bei 18 durchgefallenen Prüflingen im Vorfeld nur in wenigen Fällen anschlug, bleibt nach wie vor ungeklärt. Auch auf die Frage, wie die extremen Leistungsabweichungen in Mathematik und Biologie zustande kamen, erhielten wir heute keine konkreten Antworten. Ungeklärt ist zudem, ob es auch an weiteren Schulen Auffälligkeiten gab, was Prüfungen in einzelnen Fächern angeht oder hohe Durchfallquoten beim Abitur. Zweifel, dass ausschließlich das Gymnasium in Hagenow betroffen ist, konnten jedenfalls nicht ausgeräumt werden.
Es ist und bleibt ein politisches Armutszeugnis, dass diese offensichtlichen Missstände erst durch eine Wutrede ans Licht kommen mussten, während das Ministerium das Problem bis heute nur bestaunt. Wir werden als CDU-Fraktion nicht lockerlassen und eine lückenlose, transparente Aufklärung einfordern, die diesen Namen auch verdient.Den Schülern für die nächste Jahrgangsstufe ist zu mindestens zu versichern, dass ich derartige Dinge so nicht wiederholen dürfen.“