Die BILD am Sonntag berichtet heute über Pläne des italienischen Bahnunternehmens Italo, ab 2028 auf wichtigen deutschen Fernverkehrsstrecken in Konkurrenz zur Deutschen Bahn zu treten. Nach einer Studie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) könnten dadurch zahlreiche Städte ihre ICE- und IC-Anbindung verlieren, darunter auch Schwerin und Rostock. Hierzu erklärt der Vorsitzende der CDU-Fraktion Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters:
„Ich weise Überlegungen entschieden zurück, Fernverkehrsangebote in der Fläche zugunsten weniger hochprofitabler Hauptstrecken auszudünnen. Strecken sind im ländlichen Raum weniger profitabel als in Ballungsräumen, das liegt auf der Hand. Deswegen hat der Staat die Aufgabe, wenigstens ein Mindestangebot zu finanzieren bzw. die Bahn rechtlich dazu zu verpflichten, ein entsprechendes Angebot vorzuhalten. Der Bund muss sicherstellen, dass die Fernverkehrsanbindung unseres Landes dauerhaft erhalten und verlässlich abgesichert wird. Die Landesregierung ist in der Pflicht, sich hier frühzeitig mit Nachdruck zu positionieren. Sie darf nicht erneut die Entwicklung verschlafen, nur um dann, wenn es schon praktisch zu spät ist, den Fernverkehr aus eigener Tasche zu bezahlen. Wer auf der Schiene Gewinne erzielen will, muss auch Verantwortung für die Anbindung der Fläche übernehmen.
Für die CDU-Fraktion steht fest: Mecklenburg-Vorpommern braucht mehr Fernverkehr und nicht weniger. Die Vorstellung, dass ausgerechnet Schwerin und Rostock künftig schlechter an das deutsche Fernverkehrsnetz angebunden werden könnten, ist völlig inakzeptabel. Wer Wettbewerb auf der Schiene organisiert, darf nicht gleichzeitig ganze Regionen vom Fernverkehr abhängen. Mecklenburg-Vorpommern ist kein Randgebiet zweiter Klasse, sondern Teil eines gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraums in Deutschland.
Der Staat hat die Aufgabe, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen unseres Landes zu sichern. Dazu gehört selbstverständlich auch eine leistungsfähige Anbindung an Metropolen und Wirtschaftszentren. Wer Menschen für die Bahn gewinnen will, muss ihnen attraktive und verlässliche Fernverkehrsverbindungen anbieten. Wenn Reisende erst mit Regionalzügen zu weit entfernten Fernbahnhöfen pendeln müssen, verliert die Schiene an Attraktivität und Akzeptanz. Das wäre das genaue Gegenteil dessen, was wir für einen attraktiven Bahnverkehr und einen starken ländlichen Raum brauchen - sowohl für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, als auch für Handwerk und Mittelstand und für den Tourismus.“

Empfehlen Sie uns!