Sabine Enseleit: Familienfreundlichkeit endet nicht mit dem letzten Kita-Tag - Willkürliche Altersgrenzen im ÖPNV beenden

03.07.2026

Die CDU-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern hat einen Antrag eingebracht, der Jugendliche bis zum 18. Geburtstag in den ermäßigten Nahverkehrstarif hatte einbeziehen soll. Die Linkskoalition aus SPD und DIE LINKE lehnt das ab. Dazu erklärt die Verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sabine Enseleit:

„Wer mit dem Bus von Crivitz nach Schwerin fahren möchte, zahlt ab dem 15. Geburtstag 10,30 Euro - statt ermäßigt 5,15 Euro. Nicht weil das irgendeine sozialpolitische Abwägung ergeben hätte. Sondern weil die Verkehrsunternehmen vor Jahren eine Preisreform der Deutschen Bahn stillschweigend übernommen haben. Seither ist niemand auf die Idee gekommen, das zu hinterfragen.

Gerade Familien mit mehreren Kindern kennen das gut. Ein großer Teil der Mobilitätskosten entsteht erst, wenn die Kinder älter werden, und dann trifft jeder Preissprung gleich mehrfach. Besonders schwer wiegt das, wenn kein Anspruch auf kostenlose Schülerbeförderung besteht, etwa weil der Schulweg unter der Mindestentfernung liegt oder das Kind nicht die örtlich zuständige Schule besucht. Die SPD feiert die beitragsfreie Kita als familienpolitischen Erfolg, Familienfreundlichkeit endet allerdings nicht, wenn Kinder der Kita entwachsen sind.

Schwesigs Linkskoalition stellt sich mit ihrer Ablehnung auch gegen die Empfehlung eines Gutachtens, das im Auftrag der Verbraucherzentrale erstellt und vom Bundesumweltministerium gefördert wurde. Dieses empfiehlt ausdrücklich, die Altersgrenze für den ermäßigten Tarif bundesweit auf das vollendete 18. Lebensjahr anzuheben. Dass das geht, zeigt der Nordhessische VerkehrsVerbund, ein ländlich geprägter Flächenverbund: Er hat im Juni 2026 beschlossen, ein U18-Ticket für zwei Euro einzuführen. Wer Familienfreundlichkeit ernst nimmt, muss auch handeln, wenn die Kinder größer werden. SPD und DIE LINKE sind dazu nicht bereit.“