Breitbandausbau in MV: Landesregierung betreibt Augenwischerei mit geschönten Zahlen

27.05.2026

Zur Eröffnung der landeseigenen Digitalmesse NØRD bejubelt die rot-rote Landesregierung den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern. Hierzu erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Ann Christin von Allwörden:

„Im Koalitionsvertrag hatte die Schwesig-Linksregierung den Bürgerinnen und Bürgern in Mecklenburg-Vorpommern versprochen, die digitale Infrastruktur mit Glasfaser und Mobilfunk flächendeckend ,bis an jede Milchkanne‘ auszubauen. Heute, im Jahr 2026, müssen wir feststellen: Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Das Fazit lautet schlicht: Versprechen gebrochen.

Ein genauer Blick hinter die Zahlen zeigt zudem, dass die aktuelle Pressemitteilung der Landesregierung vor allem der Schönfärberei dient. Die angeführte Glasfaser-Verfügbarkeit von 64 Prozent ist ein sehr durchschaubares Ablenkungsmanöver. Sie basiert auf der sogenannten ,Homes Passed‘-Quote. Das bedeutet lediglich, dass ein Kabel irgendwo am Grundstück oder Gehweg liegt. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bringt das jedoch noch keinen schnellen Internetanschluss im Haus.

Entscheidend ist die tatsächliche Verfügbarkeit echter Glasfaseranschlüsse (FTTH). Laut Breitbandatlas des Bundes lag diese Quote Ende vergangenen Jahres bei mageren 49 Prozent. Das ist also die rot-rote Digitaloffensive Stand Mai 2026. Weiterhin verfügen mehr als die Hälfte der Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern nicht über einen echten Glasfaseranschluss, weil oft die entscheidenden letzten Meter bis ins Haus fehlen.

Passend zu diesem statistischen Blendwerk fällt auch die Bilanz beim Mobilfunkausbau ernüchternd aus. Das landeseigene Programm zur Schließung von Funklöchern kommt seit Jahren kaum voran: In sieben Jahren wurden gerade einmal drei Masten in Betrieb genommen. Gleichzeitig bestehen weiterhin große weiße und graue Flecken ohne verlässlichen Empfang. Das ist unter Strich ein Armutszeugnis.“

Die Förderung der digitalen Infrastruktur in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist keine Glanzleistung, die man mit Eigenlob auf Messen feiern sollte. Sie ist eine staatliche Kernaufgabe der Daseinsvorsorge. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht keine geschönten Statistiken, sondern endlich spürbare Fortschritte beim Breitband- und Mobilfunkausbau.“