Stabile Pflegeversicherung

Stabile Pflegeversicherung

Darum geht es

Die Soziale Pflegeversicherung weist in den kommenden beiden Jahren ein Defizit von insgesamt 22,5 Milliarden Euro auf. Die finanzielle Situation wird sich ohne Gegenmaßnahmen in den darauffolgenden Jahren weiter verschärfen. Um weitere Beitragsanstiege zu vermeiden (Beispiel für 2027: +168 EUR/Jahr bei 4.000 EUR Bruttogehalt), hat sich die Bundesregierung auf den Rahmen für ein Pflegeneuordnungsgesetz verständigt. Ein erster Entwurf sieht Kürzungen in verschiedenen Bereichen vor. Diese sehen wir sehr kritisch.

Doch es gibt Alternativen:
1. Das Defizit könnte deutlich kleiner ausfallen, wenn versicherungsfremde Leistungen durch den Bundeshaushalt finanziert werden würden. In den kommenden beiden Jahren wären das insgesamt 15 Milliarden Euro. Die Kürzungen in der Pflege könnten dadurch zu einem großen Teil vermieden werden. Das lehnt Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) bislang jedoch ab.

2. Auch Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) könnte Pflegebedürftige entlasten. Mit der Übernahme der Investitionskosten und der Ausbildungsumlage, zu der das Land gesetzlich verpflichtet ist, könnten Pflegeheimbewohner rund 550 Euro monatlich beim Eigenanteil sparen.

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Unsere Forderungen

a. Bund: Pflegeversicherung entlasten, Kürzungen vermeiden

  1. Wir fordern von Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) eine vollständige Rückzahlung der coronabedingten Mehrausgaben an die Soziale Pflegeversicherung in Höhe von 6 Milliarden Euro.
  2. Wir fordern von Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) eine vollständige Übernahme der Sozialabgaben für pflegende Angehörige in Höhe von 4,5 Milliarden Euro jährlich.

b. Land: Pflegeheimbewohner um 550 Euro monatlich entlasten

  1. Wir fordern von Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) eine Übernahme der Investitionskosten in Höhe von 400 Euro monatlich.
  2. Wir fordern von Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) eine Übernahme der Ausbildungsumlage in Höhe von 150 Euro monatlich.

c. Land an Bund: Alternativvorschläge zur Stabilisierung der Pflegeversicherung

Meckern allein reicht nicht: Wir fordern Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) auf, alternative Vorschläge zu machen. Andernfalls droht eine starke zusätzliche Belastung für alle Beitragszahler: Arbeitnehmer, Rentner, Selbstständige und Arbeitgeber.

Beispielrechnung

in EUR Mehrbelastung (Jahr)
   
Arbeitnehmer (brutto)                 monatl.  
bei 3.000 +126
bei 3.500 +147
bei 4.000 +168
   
Rentner  
bei 1.500 +126
bei 2.000 +168
bei 2.500 +210
   
Selbstständige (brutto)  
bei 3.000 +252
bei 3.500 +294
bei 4.000 +336

Anmerkung: Annahme Beitragssatz 4,3 %, Arbeitgeber zahlen gleichen Anteil wie Arbeitnehmer