Torsten Renz: Landesregierung bricht Koalitionsvertrag: Bildungsministerin schließt Entlastung der Lehrkräfte trotz GEW-Studie auf Jahre aus

17.03.2026

Zu den heutigen Aussagen der Bildungsministerin zu den Arbeitsbedingungen von Lehrkräften sowie zu der von der GEW vorgelegten Studie zur Attraktivität des Lehrkräfteberufes äußert sich der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Torsten Renz, wie folgt:

„Die heute veröffentlichte Studie der Universität Göttingen im Auftrag der GEW zeigt klar, wie hoch die Belastung der Lehrkräfte ist. Umso unverständlicher ist es, dass die Bildungsministerin am selben Tag eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung für die nächsten zwei Jahre ausdrücklich ausschließt.

Meine Fraktion sieht darin ein falsches Signal für die Schulen im Land. Wer trotz dieser Datenlage jede wirkliche Entlastung ablehnt, nimmt die Überlastung der Lehrkräfte bewusst in Kauf. Damit bricht die Landesregierung ihren eigenen Koalitionsvertrag, in dem die Prüfung der Absenkung der Unterrichtsverpflichtung verabredet war. Von Prüfung ist jetzt gar keine Rede mehr, im Gegenteil: Nunmehr wird die Absenkung gleich kategorisch ausgeschlossen.

Hinzu kommt, dass viele der heute in der Pressemitteilung der Ministerin angesprochenen Entlastungsmaßnahmen bereits seit Längerem bekannt und umgesetzt sind. Hier wird der Eindruck von Fortschritt erzeugt, obwohl es sich überwiegend um bereits eingeführte Maßnahmen handelt.

Dabei bestätigt die GEW-Studie vor allem ein zentrales Problem: die zu hohe Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte. Die Pflichtstundenzahl ist der größte Belastungsfaktor im Schulalltag. Genau hier verweigert die Ministerin ab heute jede Bewegung. Ihre Begründung, dies sei eine Folge des Lehrkräftemangels, lehne ich entschieden ab. Im Gegenteil: Eine hohe Arbeitsbelastung verschärft den Mangel noch mehr. Wer Entlastungen im Bildungsbereich weiter aufschiebt, verliert weiter Lehrkräfte und gewinnt keine neuen. Eine Endlosspirale, der sich meine Fraktion entgegenstellt.

Meine Fraktion fordert deshalb von der Bildungsministerin ein klares Umsteuern:
• schrittweise Absenkung der Pflichtstundenzahl
• gezielte Entlastung besonders belasteter Schularten, insbesondere an den Regionalen Schulen, und
• konsequente Maßnahmen zur Gewinnung zusätzlicher Lehrkräfte

Mittlerweile hat neben dem VBE mit der GEW die nächste Gewerkschaft auf die in MV bestehenden Belastungen bei der Unterrichtsverpflichtung hingewiesen und sich damit gegen die Bildungsministerin ausgesprochen. Die GEW-Studie liefert die Fakten, jetzt braucht es politische Entscheidungen und spürbare Entlastung im Stundenplan. Die Lehrkräfte im Land brauchen die Unterstützung ihres Dienstherrn und keine weiteren Ankündigungen oder Verweise auf Vergangenes.“