Auf einen sinkenden Anteil ausgefallener Unterrichtsstunden in Mecklenburg-Vorpommern hat das Bildungsministerium hingewiesen und von einem „positiven Trend“ gesprochen. Eine Bewertung, die an der Realität vorbeigeht, sagt der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Torsten Renz:
„Die Bildungsministerin redet sich mal wieder die Realität schön. An allgemeinbildenden Schulen ist der Unterrichtsausfall zwar leicht gesunken. Gleichzeitig steigen die Ausfälle an den berufsbildenden Schulen leicht an. Eine nachhaltige und positive Entwicklung sieht anders aus, es fallen immer noch viel zu viele Stunden aus.
Spannender ist der Blick auf den Vertretungsunterricht. Für jede siebte bis achte Stunde müssen die Schulen Ersatzlösungen finden. Häufig fehlen Lehrkräfte krankheitsbedingt, und das ist kein Wunder: Das vorhandene Lehrerpersonal muss Überstunden leisten, und fällt dann selbst aus.
Besonders auffällig: In 26,4 Prozent der Fälle kann der Unterrichtsausfall an Gymnasien nur vermieden werden, in dem „Stillarbeit und Betreuung durch sonstiges Personal“ erfolgt. An Förderschulen sind es sogar 30 Prozent. Dass sich dahinter qualifizierter Ersatzunterricht verbirgt – der den Schülerinnen und Schülern einen Mehrwert bringt, darf zumindest in Frage gestellt werden.
Die Folgen des Unterrichtsausfalls sind bekannt: Beim Anteil junger Menschen ohne Schulabschluss liegt MV im Ländervergleich auf dem vorletzten Platz. Mehr als jeder zehnte Schulabgänger verlässt unsere Schulen ohne Abschluss. An den beruflichen Schulen ist der Wert noch höher. Das erschwert den Übergang in Ausbildung und Beruf massiv. Die Zeit, entgegenzusteuern, ist überreif.“

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