Meldungen der Deutschen Bahn zufolge, verzögert sich die Fertigstellung der Generalsanierung auf der Hochleistungsstrecke Hamburg - Berlin aufgrund der winterlichen Witterung, auf unbestimmte Zeit. Der ursprünglich für Ende April geplante Inbetriebnahme Termin ist hinfällig. Bis Mitte März soll ein neues Konzept für die Inbetriebnahme vorgelegt werden. Hierzu erklärt die Verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sabine Enseleit:
„Die Nachricht über die Verzögerung der Bauarbeiten zwischen Hamburg und Berlin ist ein weiterer Tiefschlag für die zehntausenden Pendlerinnen und Pendler und andere Reisende in Mecklenburg-Vorpommern. Wir fordern bis Mitte März nicht nur ein ‚Konzept für die Inbetriebnahme‘, sondern eine Garantie, dass der Betrieb der Ersatzverkehre sichergestellt bleibt. Die Bahn muss endlich beweisen, dass sie Großprojekte nicht nur ankündigen, sondern auch zu Ende führen kann. Überdies erwarte ich, dass wir endlich erfahren, wie es mit morgendlichen Pendlerzügen nach der Streckensanierung weitergeht: Nachdem die CDU-Fraktion öffentlich darauf gepocht hat, dass die für Pendlerinnen und Pendler wichtige ICE-Verbindung nicht einfach gestrichen, zumindest aber durch eine schnelle Nahverkehrslösung kompensiert werden muss, ist glücklicherweise auch die Landesregierung aufgewacht. Minister Blank sagt, er sei in guten Gesprächen, Frau Schwesig sagt, dass sie mit der Bahn-Chefin telefoniert – schön wäre, wenn all dies demnächst zu irgendwas führt!
Abgesehen davon: Dass die Bahn den Winter als unvorhersehbares Hindernis vorschiebt, ist ein Offenbarungseid in Sachen Projektmanagement. Ein Blick nach Skandinavien, Österreich oder in die Schweiz genügt, um zu sehen: Dort werden Infrastrukturprojekte auch bei Minusgraden und Schnee erfolgreich durchgezogen. Nur bei der Deutschen Bahn scheint Bodenfrost im Februar eine nicht vorhersehbare und unüberwindbare technologische Barriere darzustellen. Es ist völlig unverständlich, warum bei einem derart zentralen Projekt mit neunmonatiger Vollsperrung kein robusterer Zeitplan existiert, der normale winterliche Verhältnisse in Norddeutschland einkalkuliert. Die Menschen im Land nehmen seit August massive Umwege und Zeitverluste von täglich 45 Minuten und mehr auf sich. Dass sie nun auf unbestimmte Zeit vertröstet werden, weil die Bahn von vereisten Kabelkanälen überrascht wird, ist den Betroffenen nicht mehr zu vermitteln. Wer Hochleistung verspricht, darf nicht beim ersten Frost kapitulieren. Besonders bitter ist: Schon im Vorfeld wurde deutlich, dass diese ‚Generalsanierung‘ eine Mogelpackung ist, da zentrale Modernisierungsmaßnahmen gestrichen wurden. Nun wird aus der abgespeckten Sanierung auch noch eine Dauerbaustelle.“

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