Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage (Drs. 8/6277) „Tarifliche Regelungen für Kinder im Nahverkehr“, erklärt die Verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sabine Enseleit:
Die Landesregierung lehnt es ab, dass Kinder und Jugendliche erst ab 18 Jahren den vollen Erwachsenentarif im Nahverkehr zahlen – das geht aus meiner Kleinen Anfrage hervor. Sie stellt sich damit sogar gegen die Empfehlung eines Gutachtens zur künftigen Tariflandschaft im ÖPNV, das von der Verbraucherzentrale in Auftrag gegeben wurde.
Aktuell ist es so, dass für Kinder und Jugendliche in der Regel ab 15 Jahren der volle Fahrpreis fällig ist. In einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern sind das Unterschiede von mehreren Euro. So zahlt ein Jugendlicher, der von Crivitz nach Schwerin fahren will, 10,30 Euro statt ermäßigt 5,15 Euro.
Aus der Antwort auf meine Kleine Anfrage wird deutlich, dass fast alle Verkehrsunternehmen das vollendete 15. Lebensjahr als Grenze für den Erwachsenentarif ansetzen, ohne diese Entscheidung näher zu begründen. Dabei ist diese Altersgrenze gesetzlich keineswegs vorgegeben. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Nahbus. Dort gilt der ermäßigte Tarif immerhin bis zum vollendeten 16. Lebensjahr.
Gerade für Familien mit mehreren Kindern ist diese Tarifgestaltung eine echte finanzielle Belastung. Das begründungslose Ablehnen der Empfehlung des Gutachtens ist das falsche Signal an die Kinder und Jugendlichen und die Familien im Land. Wenn es der Landesregierung wirklich ernst damit ist, dass sich Mecklenburg-Vorpommern durch besondere Familienfreundlichkeit auszeichnet, muss das geändert werden. Und auch eine Mobilitätsoffensive kann nur gelingen, wenn man frühzeitig junge Menschen für den öffentlichen Nahverkehr gewinnt – und das heißt: Er muss auch bezahlbar sein.
Gutachten zur künftigen Tariflandschaft im ÖPNV

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