Der Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Burkhard Bley, hat in einer Pressemitteilung deutliche Kritik an dem Dokumentarfilm „Kommunist“ über Egon Krenz geäußert. Hintergrund ist die Uraufführung des Films von Lutz Pehnert im Rahmen des Filmkunstfests Schwerin am 8. Mai 2026. Der Film sei laut Bley kein differenzierter Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, sondern zeichne ein geschöntes Bild der DDR und verhöhne die Opfer des SED-Unrechts. Hierzu erklärt die Kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Katy Hoffmeister:
„Wer einen verurteilten SED-Funktionär wie Egon Krenz nahezu unwidersprochen als aufrechten Kommunisten inszeniert, betreibt keine kritische Aufarbeitung, sondern politische Verklärung. Ein solcher Film verhöhnt die Opfer der SED-Diktatur und all jene, die unter Haft, Bespitzelung und Repression gelitten haben. Besonders befremdlich ist, dass ausgerechnet am 8. Mai eine Bühne geschaffen wurde, auf der ein ehemaliger DDR-Machthaber seine eigene Verantwortung relativieren darf. Der Film vermittelt jungen Menschen ein gefährlich verzerrtes Bild der DDR. Wer Propagandabilder der SED nahezu ungebrochen übernimmt, trägt Verantwortung für deren Wirkung. Kunstfreiheit entbindet niemanden von historischer Redlichkeit. Deshalb ist die Kritik des Landesbeauftragten absolut nachvollziehbar und notwendig.
Dass ein solcher Film auch noch mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde, wirft erhebliche Fragen auf hinsichtlich der Arbeit der Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern. Ihr fehlt offenbar jedes Gespür für die historische und politische Dimension eines solchen Projekts. Es kann nicht Aufgabe staatlicher Förderung sein, die Legenden ehemaliger SED-Kader mit Steuergeld aufzupolieren. Dazu passt, dass sich die Landesregierung mit dem DDR-Erbe bekanntermaßen schwertut: Zur Frage, ob die DDR ein Rechtsstaat gewesen sei, gerät DIE LINKE regelmäßig ins Schlingern, die Ministerpräsidentin tut derlei Debatten gar damit ab, dass die Lebensleistung der Menschen in Zweifel gezogen würden. Ich bleibe dabei: Die DDR war ein Unrechtsstaat und Mecklenburg-Vorpommern trägt als ostdeutsches Land eine besondere Verantwortung gegenüber den Opfern der kommunistischen Diktatur. Wer die DDR weichzeichnet, beschädigt die Erinnerungskultur und verhöhnt den Mut der Menschen, die 1989 friedlich für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind.“

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