Der Wissenschaftsausschuss sollte heute den Bericht der Kommission zur Entwicklung einer Wissenschafts- und Forschungsstrategie des Landes beraten. Doch der Bericht des Kommissionsvorsitzenden bleibt weit hinter dem Anspruch zurück: Er enthält weder Empfehlungen zur wissenschaftlichen Profilbildung noch eine tragfähige Gesamtstrategie für die Zukunft. Selbst die im Dezember unterzeichneten Zielvereinbarungen finden keinerlei Berücksichtigung. Dazu erklärt die Wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Katy Hoffmeister:
„Zunächst scheitert das zuständige Ministerium daran, eigenständig eine Wissenschaftsstrategie zu entwickeln. Anschließend wird eine Kommission eingesetzt, die nach eigener Aussage eine unabhängige Analyse des Wissenschaftsstandortes vornehmen und strategische Empfehlungen erarbeiten sollte. Das ernüchternde Ergebnis: der Vorschlag, ein weiteres ‚Strategieforum zur integrativen Strategieentwicklung‘ einzurichten. Und das, nachdem Eckwerte und Zielvereinbarungen für die Jahre 2026 bis 2030 bereits unterzeichnet sind. Die ehrliche Frage lautet: Wozu noch? Und warum lässt man sich das 113.000 Euro kosten?
Die Hochschulen brauchen Planungssicherheit - und zwar jetzt. Wenn das Land an der bestehenden Hochschullandschaft festhalten will, muss es bereit sein, dauerhaft deutlich mehr Mittel bereitzustellen. Der eindringliche Hilferuf der Rektorin der Universität Greifswald an Mitarbeitende und Studierende kann nicht ignoriert werden. Dieses Defizit ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer strukturellen Unterfinanzierung bei gleichzeitig wachsenden Anforderungen.
Die Chance für einen echten, substanziellen Strategieprozess hat die Landesregierung in dieser Legislaturperiode klar vertan. Fehlt der Wille zu einer verlässlichen Finanzierung, braucht es wenigstens den Mut zu strukturellen Entscheidungen. Beides zu vermeiden, verschiebt die Probleme lediglich in die Zukunft. Der Bericht darf deshalb nicht folgenlos bleiben. Jetzt ist politische Verantwortung gefragt.“

Empfehlen Sie uns!