Daniel Peters/ Sebastian Ehlers: Politische Ohnmacht der Landesregierung darf nicht auf Kosten der Pendler gehen

20.01.2026

Zu Medienberichten über die Streichung frühmorgendlicher ICE-Verbindungen von Rostock über Schwerin nach Hamburg hat die CDU-Fraktion einen Dringlichkeitsantrag für die nächste Landtagssitzung eingereicht. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Daniel Peters, sowie der Parlamentarischer Geschäftsführer, Sebastian Ehlers, äußern sich wie folgt:

Daniel Peters: „Die Landesregierung hat bereits vor Wochen angekündigt, gegen die geplante Streichung frühmorgendlicher ICE-Verbindungen nach Hamburg vorzugehen. Offenkundig hat der Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern keinerlei Einfluss auf die Entscheidung der Deutschen Bahn AG. Er ist vielmehr erst wieder auf das Thema aufmerksam geworden, nachdem die Öffentlichkeit und die CDU-Opposition Alarm geschlagen haben. Mecklenburg-Vorpommern wirkt politisch ohnmächtig. Mehr als ‚Haltet den Dieb!‘ zu rufen, nachdem das Thema über Monate ausgesessen wurde, ist nicht mehr drin.

Die Verbindung Rostock- Schwerin-Hamburg ist eine der zentralen Achsen im Land – sowohl für Berufstätige als auch für den Tourismus. Deshalb hatte die CDU-Fraktion bereits im Sommer 2025 eindringlich vor den Folgen einer Ausdünnung des Fernverkehrs für Mecklenburg-Vorpommern gewarnt. Diese Warnung droht jetzt traurige Realität zu werden. In diesem Zusammenhang hat sich die CDU-Fraktion heute umgehend an die Deutsche Bahn AG gewandt und die Dringlichkeit der Lage unterstrichen. Die Pendlerinnen und Pendler stehen nicht zum Spaß morgens am Bahnsteig, sondern weil sie ihrer Arbeit nachgehen wollen, deren Lohn versteuert wird, auch in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn der Landesregierung angesichts dieser Gemengelage lediglich die Worte ,nicht zuständig‘ einfallen, dann ist das ein politischer Offenbarungseid. Es fehlt nicht an Zuständigkeit, es fehlt an Zielstrebigkeit.“

Sebastian Ehlers: „Die Bahnstrecke ist seit Monaten nur eingeschränkt befahrbar und wird noch Monate nur eingeschränkt befahrbar sein. Den Pendlerinnen und Pendlern war gesagt worden: Ab Mai wird's besser! Die Wahrheit ist: Ab Mai wird's nicht nur nicht besser, es wird sogar viel schlechter. Besonders gravierend ist, dass Schwerin und die Landkreise Ludwigslust-Parchim sowie Nordwestmecklenburg Teil der Metropolregion Hamburg sind. Die Streichung der frühmorgendlichen ICE-Verbindung trifft Pendlerinnen und Pendler aus Schwerin und ganz Westmecklenburg unmittelbar. Für sie wäre dies eine nahezu katastrophale Verschlechterung der täglichen Erreichbarkeit Hamburgs und zentraler Arbeits-, Ausbildungs- und Verwaltungsstandorte. Darüber hinaus muss die Landesregierung zügig prüfen, andere Flächenländer in ihr Vorgehen einzubeziehen. Zudem muss der Landtag das Handeln der Landesregierung enger als bisher begleiten, Gespräche kontrollieren und sicherstellen, dass Mecklenburg-Vorpommern nicht weiter abgehängt wird. Frühverbindungen sind für Pendler, Wirtschaft und die Mobilitätswende unverzichtbar. Ihre Streichung wäre ein klarer Rückschlag für die überregionale Erreichbarkeit des Landes.“