Daniel Peters: Landarztquote allein heilt den Ärztemangel nicht - wir brauchen endlich Tempo und Taten

30.01.2026

Die Linkskoalition aus SPD und DIE LINKE hat heute im Landtag beantragt, die Landarztquote in Mecklenburg-Vorpommern auszuweiten und auf weitere Berufsgruppen zu übertragen. Die CDU-Fraktion hat beantragt, diesen Antrag um konkrete und kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum zu ergänzen. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Daniel Peters, erklärt hierzu:

„Dass die Landarztquote respektive Landzahnarzt- und Landapothekerquote nun endlich auf zehn Prozent angehoben werden soll, ist überfällig und nach über vier Jahren Verzögerung kein Grund zur Selbstzufriedenheit und Jubelstürme. Wir haben die Ausweitung und Erhöhung bereits 2021 gefordert, damals wurde sie von der Koalition kategorisch abgelehnt. Rechtliche Gründe, wie immer behauptet, waren es nicht. Allein in diesen fünf verlorenen Jahren hätten hunderte angehende Landärzte, Zahnärzte und Apotheker ihr Studium beginnen können, die unserem Land künftig fehlen werden und die dringend gebraucht würden. Die Landarztquote ist richtig, aber sie wirkt erst langfristig und hilft nicht bei den akuten Versorgungsproblemen in vielen Regionen.

Deshalb haben wir einen Änderungsantrag eingebracht, der sofort wirksame Instrumente ergänzt. Dazu gehören ein wieder eingeführtes Landarztstipendium, zusätzliche Studienplätze, Stipendien für ein Studium im EU-Ausland mit Rückkehrverpflichtung, und bessere Bedingungen im ländlichen Raum für Studentinnen und Studenten im Praktischen Jahr. Ebenso notwendig sind mehr Unterstützung für nichtärztliche Fachkräfte, Telemedizin und mobile Versorgungsangebote. Insgesamt hat die CDU-Fraktion im vergangenen Jahr 20 Vorschläge eingebracht. Andere Bundesländer haben Mecklenburg-Vorpommern längst überholt, wenn es um Maßnahmen für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung geht.

Besonders irritierend ist, dass die Landesregierung sich weiterhin hinter statistischen Konstruktionen versteckt, während die Menschen vor Ort keinen Arzttermin bekommen. Wer den Bürgerinnen und Bürgern erklärt, es gebe rechnerisch genug Ärzte, verliert jede Glaubwürdigkeit - die Menschen sitzen mit Beschwerden im Wartezimmer, nicht mit dem Taschenrechner. Wir brauchen jetzt einen Perspektivplan gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen. Gesundheitspolitik darf nicht weiter auf Zeit spielen. Unser Änderungsantrag bietet die Chance, Versorgung spürbar zu verbessern. Diese Chance hätte die Koalition nutzen sollen.“