Daniel Peters: Antisemitismus konsequent zu bekämpfen beginnt damit, jede Form des Judenhasses klar zu benennen

11.05.2026

Anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2025 der Dokumentations- und Informationsstelle Antisemitismus Mecklenburg-Vorpommern (DIA.MV) am 12. Mai 2026 in Rostock wird über aktuelle antisemitische Vorfälle und Entwicklungen im Land Mecklenburg-Vorpommern informiert. Die Dokumentations- und Informationsstelle DIA.MV macht antisemitische Vorfälle sichtbar, unterstützt Betroffene und stärkt das gesellschaftliche Problembewusstsein. Hierzu erklärt der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Daniel Peters:

„Die Arbeit von DIA.MV verdient ausdrücklich Anerkennung und Respekt. Antisemitische Vorfälle sichtbar zu machen, Entwicklungen zu dokumentieren und Betroffenen eine Anlaufstelle zu geben, ist für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung. Gerade weil Antisemitismus häufig unterhalb der Strafbarkeitsschwelle beginnt, braucht es Institutionen, die genau hinschauen und Entwicklungen frühzeitig benennen. Wer jüdisches Leben in Deutschland schützen will, darf nicht wegsehen oder Probleme relativieren. Der Kampf gegen Antisemitismus ist eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung.

Gleichzeitig müssen wir ehrlicher über die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Antisemitismus sprechen. Antisemitismus kommt nicht nur von rechts, sondern ebenso aus urbanen, linken, akademischen Milieus sowie aus migrantischen Milieus. Gerade seit dem 7. Oktober erleben wir bundesweit, wie unter dem Deckmantel vermeintlicher Israelkritik offen antisemitische Narrative verbreitet werden. Dazu gehören Demonstrationen, auf denen Terror relativiert, Israel dämonisiert oder jüdisches Leben eingeschüchtert wird. Diese Realität darf man nicht ausblenden, weil sie ideologischer unbequem ist. Antisemitismus bleibt Antisemitismus - ganz gleich, aus welcher politischen oder kulturellen Richtung er kommt.

Wir brauchen eine Präventions- und Bildungsarbeit, die sich an der Realität orientiert und nicht an politischen Scheuklappen. Wer Israel das Existenzrecht abspricht oder antisemitische Gewalt relativiert, überschreitet eine Grenze. Gleichzeitig müssen antisemitische Straftaten konsequent verfolgt und jüdische Einrichtungen bestmöglich geschützt werden. Es darf in Deutschland niemals wieder passieren, dass Jüdinnen und Juden ihren Alltag nur unter Angst oder besonderem Schutz organisieren können. Antisemitismus darf keinen Millimeter gesellschaftlichen Raum bekommen - nirgendwo.“