Katy Hoffmeister: Wir finanzieren in Mecklenburg-Vorpommern hervorragende Forschung - aber andere Regionen machen daraus die Unternehmen

07.05.2026

Die CDU-Fraktion hat heute im Landtag Mecklenburg-Vorpommern einen Antrag zur stärkeren Förderung von Hochschulausgründungen und forschungsbasierten Start-ups eingebracht. Hintergrund ist die weiterhin geringe Zahl erfolgreicher Ausgründungen und Wagniskapitalinvestitionen in Mecklenburg-Vorpommern trotz einer leistungsfähigen Wissenschaftslandschaft. Die Linkskoalition von Ministerpräsidentin Schwesig lehnte den Antrag ab. Die wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Katy Hoffmeister, erklärt dazu:

„Mecklenburg-Vorpommern verfügt über kluge Köpfe, starke Hochschulen und international wettbewerbsfähige Forschungseinrichtungen. Aber wir schaffen es bislang viel zu selten, aus wissenschaftlicher Exzellenz auch wirtschaftliche Dynamik entstehen zu lassen. Während andere Regionen aus Forschung Unternehmen entwickeln, entstehen bei uns häufig vor allem Publikationen und genau das reicht auf Dauer nicht aus. Gerade für ein Land mit erheblichen demografischen Herausforderungen sind Start-ups und Ausgründungen keine Szeneökonomie, sondern moderne Strukturpolitik. Sie sichern Fachkräfte, schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze und steigern die Wertschöpfung im Land. Deshalb müssen wir endlich aufhören, Innovationen nur zu verwalten, und anfangen, Innovationen gezielt zu ermöglichen.

Es geht dabei ausdrücklich nicht um immer neue Fördertöpfe oder darum Geld zu verteilen. Entscheidend ist vielmehr die Frage, wie wir bestehende Strukturen intelligenter organisieren, besser verzahnen und mit klaren Zielen hinterlegen. Derzeit verteilt sich Verantwortung zwischen Wissenschaftsministerium, Wirtschaftsministerium, Förderinstituten und verschiedenen Programmen, ohne dass erkennbar ist, wer eigentlich die Gesamtstrategie verantwortet. Genau an dieser Stelle entstehen Reibungsverluste, wir verlieren wertvolle Zeit und vor allem Potenzial. Besonders problematisch ist, dass Mecklenburg-Vorpommern beim Zugang zu privatem Wagniskapital und bei funktionierenden Gründungsnetzwerken deutlich hinter anderen Regionen zurückliegt. Kapital folgt eben nicht nur guten Ideen, sondern auch funktionierenden Strukturen.

Wir brauchen endlich eine stärkere Verbindung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Investoren. Gerade die frühe Phase zwischen Forschungsidee und Markteintritt entscheidet oft darüber, ob eine Ausgründung gelingt oder scheitert. Dafür benötigen Gründerinnen und Gründer verlässliche Beratung, Zugang zu Infrastruktur und mehr Unterstützung bei der Finanzierung der ersten Entwicklungsschritte. Gleichzeitig müssen wir uns auch gesellschaftlich ehrlich machen: Nicht jedes Start-up wird erfolgreich sein, und trotzdem lohnt es sich, Ideen konsequent zu fördern. Wer bei Innovation stets hundert Prozent Erfolg erwartet, wird am Ende gar keine Innovation mehr zulassen. Andere Bundesländer zeigen längst, dass eine kluge Verzahnung von Wissenschafts- und Wirtschaftspolitik funktionieren kann. Mecklenburg-Vorpommern sollte endlich den Anspruch haben, im Nordosten nicht nur Forschungsstandort, sondern auch Innovationsstandort zu werden. Mit Rot-Rot ist dies offenbar nicht möglich.“