Daniel Peters/Torsten Renz: Wer jetzt nicht handelt, riskiert Kitaschließungen und den Verlust tausender Fachkräfte

06.05.2026

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat heute auf Antrag der CDU-Fraktion in einer Aktuellen Stunde unter der Überschrift „Gegen das Kitasterben und für mehr Qualität und sichere Jobs - Volksbegehren begrüßen“ die Arbeit der Volksinitiative gewürdigt. Hintergrund ist die wachsende Sorge vieler Eltern, Erzieherinnen und Erzieher sowie Träger vor drohenden Schließungen von Kitas und dem Verlust von Arbeitsplätzen infolge sinkender Kinderzahlen und fehlender politischer Entscheidungen. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Daniel Peters, erklärt hierzu:

„Dass bereits zehntausende Menschen dieses Volksbegehren unterschrieben haben, zeigt doch, wie groß die Sorgen im Land inzwischen sind. Eltern, Erzieherinnen, Großeltern und ganze Familien machen Druck, weil sie spüren, dass unser Kitasystem ins Wanken geraten könnte. Wenn jetzt nichts passiert, drohen Entlassungen hochqualifizierter Fachkräfte, Schließungen von Kita-Standorten und große Unsicherheit für Familien. Das dürfen wir nicht zulassen. Deshalb begrüßen wir als CDU-Fraktion diese Volksinitiative ausdrücklich. Wir stehen klar zur beitragsfreien Kita, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Aber beitragsfrei allein reicht nicht, wenn gleichzeitig Qualität verloren geht und Einrichtungen um ihre Existenz kämpfen müssen.

Viele Erzieherinnen und Erzieher haben jahrelang intensive Ausbildungen absolviert, weil ihnen gesagt wurde, dass sie gebraucht werden. Für viele ist dieser Beruf nicht einfach ein Job, sondern eine echte Berufung. Besonders betroffen wären die Erzieherinnen und Erzieher mit der speziellen 0-bis-10-Ausbildung, die außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns kaum anerkannt wird. Umso bitterer wäre es, wenn genau diese Menschen jetzt in die Arbeitslosigkeit geschickt würden.

Sinkende Kinderzahlen sind nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine große Chance für bessere Betreuung und mehr individuelle Förderung. Genau deshalb brauchen wir bessere Fachkraft-Kind-Relationen und einen verbindlichen Stufenplan für mehr Qualität in Krippe, Kita und Hort. Wer mit Erzieherinnen und Erziehern spricht, weiß doch, dass die Realität oft ganz anders aussieht als die Zahlen auf dem Papier. Für individuelle Förderung, Sprachentwicklung und bessere Bildungschancen braucht es ausreichend Personal und Zeit für jedes einzelne Kind. Deshalb gilt für uns ganz klar: Erst die deutsche Sprache, dann die erste Klasse. Wer mit großen Sprachdefiziten eingeschult wird, hat es im weiteren Bildungsweg deutlich schwerer. Genau deshalb müssen wir jetzt handeln, für Qualität, sichere Arbeitsplätze und verlässliche Perspektiven für Familien und Kommunen gleichermaßen.“

Der Bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Torsten Renz ergänzt: „Wenn jetzt endlich Bewegung in die Debatte kommt, dann vor allem wegen des massiven Drucks aus der Mitte der Gesellschaft. Seit Jahren fordern wir gemeinsam mit Fachleuten einen verbindlichen Stufenplan, um Qualität zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Wir fordern daher eine schrittweise Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation. In einem ersten Schritt muss die Relation in der Krippe auf 1 zu 5 und im Hort auf 1 zu 20 abgesenkt werden. Wir haben immer wieder angeboten, dieses Thema gemeinsam und außerhalb des Wahlkampfes zu lösen, eingeladen hat die Landesregierung die Opposition dazu allerdings nie. Wer heute plötzlich Handlungsbedarf erkennt, darf nicht so tun, als seien diese Probleme erst seit dem Volksbegehren bekannt. Wir reden hier nicht über abstrakte Zahlen, sondern über die Zukunft tausender Erzieherinnen und Erzieher und ihrer Familien.

Gerade die Erfahrungen der frühen 90er Jahre zeigen doch, welchen Schaden Massenentlassungen und Abwanderung damals angerichtet haben. Diesen historischen Fehler dürfen wir kein zweites Mal wiederholen. Sinkende Kinderzahlen müssen endlich als Chance für mehr Qualität und bessere Betreuung verstanden werden. Wer von einer demografischen Rendite spricht, muss auch bereit sein, dieses Geld in bessere Personalschlüssel und mehr individuelle Förderung zu investieren. Unsere Hand bleibt ausgestreckt: Wenn die Landesregierung ernsthaft einen Stufenplan für bessere Qualität und sichere Arbeitsplätze umsetzen will, dann hat sie die CDU-Fraktion dabei an ihrer Seite. Entscheidend ist jetzt aber Glaubwürdigkeit, denn Eltern, Erzieherinnen und Kommunen erwarten keine weiteren Ankündigungen, sondern endlich konkretes Handeln.“