Daniel Peters: Befragung zur Unimedizin offenbart fragwürdige Erinnerungslücken der Ministerin

03.03.2026

In der gestrigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Universitätsmedizin stellte sich die amtierende Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern, Bettina Martin (SPD), den Fragen der Ausschussmitglieder. Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Daniel Peters:

„Was uns die Ministerin präsentierte, darf als ausführlich, aber in weiten Teilen inhaltlich erschreckend dünn bezeichnet werden. Obwohl die Unimedizin Rostock 2019 millionenschwere Verluste schrieb, will Frau Martin von drastischen Sparvorschlägen des damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden und Parteikollegen Brodkorb nichts gewusst haben. Als Erklärung musste einmal mehr Corona herhalten – obwohl die Pandemie Deutschland erst Monate später erreichte. Diese zeitliche Einordnung scheint der Ministerin entgangen zu sein.

Ebenso wenig erinnerlich war ihr offenbar ein Schreiben Rostocker Unimediziner Anfang 2021, in dem eindringlich auf die prekäre Lage einzelner Bereiche, insbesondere an der Kinderklinik hingewiesen wurde. Der Brief ging an den Aufsichtsratsvorsitzenden, doch die Ministerin erreichte er nicht. Selbst Monate später, so ihre eigene Darstellung, sei ihr diese Risikomeldung nicht bekannt gewesen. Ein zusätzlicher Brief, der als Brandbrief in die Öffentlichkeit gelangte, sorgte offenbar für Aufmerksamkeit im Ministerium. Es wurde klar, dass erst der öffentliche Druck des Sommers 2021 kurz vor den Landtagswahlen zu Aktivitäten führte, die im Ergebnis aber durch den damaligen Gesundheitsminister Harry Glawe weitere finanzielle Hilfen für die Universitätskinderklinik brachten. 

Statt frühzeitig zu handeln und Verantwortung zu übernehmen, sucht die zuständige Wissenschaftsministerin die Ursachen ausschließlich bei anderen: beim unliebsamen Aufsichtsratsvorsitzenden oder beim unterstellten Missmanagement des Vorstands der Universitätsmedizin. Die eigene Verantwortung wurde ausgeblendet.“