Eine aktuelle Kleine Anfrage der CDU-Fraktion (8/6150 s. Anlage) zum Krankenstand bei Verkehrsunternehmen in MV legte erschreckend hohe Zahlen offen. Gründe sind die steigende Gewalt gegenüber dem Personal und externe Faktoren wie die Einführung des Deutschlandtickets. Dazu erklärt die Verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sabine Enseleit:
„Zugausfälle, Verspätungen, überfüllte Züge, verpasste Anschlüsse - Pendler sind damit oft jeden Tag konfrontiert. Von der Mobilitätsoffensive ist im Alltag wenig zu spüren. Die Kleine Anfrage zeigt nun einen wesentlichen Grund dafür: Personalmangel infolge hoher Krankenstände. Die DB Regio spricht von einem seit der Corona-Pandemie ansteigenden Krankenstand, der sich beispielsweise bei den Kundenbetreuern auf über zehn Prozent beläuft. Gerade sind sie einer zunehmenden Konflikt- und Gewaltbereitschaft der Fahrgäste ausgesetzt. Die ODEG führt an, dass besonders fahrgastintensive Strecken von einem höheren Krankenstand betroffen sind und dieser auch mit einer zunehmenden Verrohung unter den Fahrgästen zusammenhängt.
In der Konsequenz entsteht ein Teufelskreis aus Personalmangel, steigender Arbeitsbelastung und weiter zunehmendem Krankenstand. Angebotserweiterungen wie das Deutschlandticket verschärfen diese Situation, da es an zusätzlichen Zügen und Personal fehlt. Hinzu kommt die wirtschaftliche Belastung der Betriebe, die Personalausfälle durch den Einsatz externen Personals kompensieren müssen. Der Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern steht damit unter enormem personellem Druck. Steigende Krankenstände, personelle Engpässe und aggressive Fahrgäste sind keine Probleme einzelner Unternehmen, sondern ein strukturelles Risiko für die Mobilität im Land. Die Landesregierung verlässt sich darauf, dass die Verkehrsunternehmen und ihre Beschäftigten die wachsenden Probleme irgendwie auffangen. Wenn die sogenannte Mobilitätsoffensive der Landesregierung aber gelingen soll, muss sie jetzt gezielt in Personal, Sicherheit und belastbare Strukturen investieren. Sie sollte außerdem prüfen, mit welchen Maßnahmen Strukturen gebündelt, Kosten reduziert und der Betrieb insgesamt resilienter aufgestellt werden kann.”

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