Die CDU-Fraktion hat heute im Landtag einen Antrag zur Neuausrichtung und finanziellen Untersetzung der Suchtpolitik in Mecklenburg-Vorpommern eingebracht. Hintergrund sind Rekordzahlen bei Alkohol- und Drogensucht, eine angespannte Lage der Suchtberatungsstellen sowie fehlende verlässliche Finanzierungsstrukturen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Katy Hoffmeister, erklärt hierzu:
„Mecklenburg-Vorpommern steht bei Suchterkrankungen seit Jahren an der Spitze, und das ist kein Ruhmesblatt, sondern ein klarer Handlungsauftrag. Es hat sich in den letzten Monaten zwar einiges bewegt, etwa bei der digitalen Suchtberatung oder bei Notfallschulungen, aber das reicht bei weitem nicht aus. Die Zahlen zeigen deutlich, dass Alkohol- und Drogensucht weiter zunehmen und die Beratungsstellen im Land an ihre Grenzen kommen. Immer weniger Fachkräfte müssen immer mehr Betroffene begleiten, während die Finanzierung auf wackligen Beinen steht.
Die derzeitige Förderung über das Wohlfahrtsfinanzierungs- und Transparenzgesetz funktioniert schlicht nicht mehr. Land und Kommunen schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, und am Ende schließen Beratungsstellen. Das können und dürfen wir nicht hinnehmen. Wir brauchen eine klare Ausgliederung der Suchtberatung in eine eigene Förderrichtlinie und einen gemeinsamen Perspektivplan mit verlässlicher Finanzierung. Suchtberatung ist ein niedrigschwelliges Angebot und oft der einzige frühzeitige Zugang zur Hilfe, gerade weil stationäre Therapieplätze Mangelware sind. Jeder Euro, den wir hier investieren, spart der Gesellschaft ein Vielfaches an Folgekosten. Gleichzeitig dürfen wir die Glücksspielsucht nicht länger unterschätzen, denn Online-Angebote senken die Hemmschwelle massiv. Die bisher bereitgestellten Mittel sind ein Anfang, aber sie bleiben deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Prävention braucht Verbindlichkeit, Planung und den politischen Willen, Probleme nicht weiter auszusitzen.
Andere Bundesländer zeigen, dass eine feste gesetzliche Zweckbindung von Glücksspielerlösen möglich und wirksam ist. Wer ernsthaft Prävention will, muss auch bereit sein, dafür stabile Einnahmen zu sichern. Es geht hier nicht um Symbolpolitik, sondern um konkrete Hilfe für Menschen, die Unterstützung brauchen. Schade, dass sich die Linkskoalition diesem Weg heute verweigert hat.“

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