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30.07.10
Harry Glawe: Pflegefachkräfte durch eigene Ausbildung gewinnen und mit guter Bezahlung halten – Zuwanderung keine Perspektive
Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe, sieht die Lösung für einen stetig steigenden Fachkräftebedarf in der Alten- und Krankenpflege nicht in einer verstärkten Zuwanderung ausländischer Arbeitnehmer, insbesondere aus Nicht-EU-Ländern. Damit lehnte der CDU-Fraktionsvorsitzende eine Forderung des Präsidenten des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, nach verstärkter Zuwanderung ab. Die benötigten gut ausgebildeten Pflegefachkräfte ließen sich durch eigene Ausbildung in den Häusern gewinnen und durch gute Entlohnung auch in Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern halten.
„Angebot und Nachfrage sind die wichtigen Steuerungsmechanismen unserer sozialen Marktwirtschaft. Dies gilt für den Verkauf von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen genauso wie für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Steigende Nachfrage nach qualifizierten Pflegefachkräften aufgrund der demografischen Entwicklung und der allgemeinen Alterung unserer Bevölkerung wird somit einen größeren Wettbewerb um Auszubildende und Fachkräfte zur Folge haben. Dieser sich rasant entwickelnde Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte hat unmittelbare Auswirkungen sowohl auf die Arbeitgeber, die ambulanten Pflegedienste, stationären Pflegeheime und Krankenhäuser, als auch auf die Arbeitnehmer. Im Vorteil ist hierbei, wer sich selbst um den Nachwuchs kümmert und direkt ausbildet sowie im Anschluss attraktive Arbeitsbedingungen bietet. Ein entscheidender Aspekt für die erfolgreiche Mitarbeitergewinnung ist hierbei insbesondere die Bezahlung, die sowohl bei der Wahl der Ausbildung, als auch der späteren Arbeitsstelle immer ein wesentliches Kriterium für den Einzelnen ist. Hier haben wir in Mecklenburg-Vorpommern noch einen nicht unerheblichen Nachholbedarf, um in dem sich zukünftig verschärfenden Standortwettbewerb zwischen den einzelnen Ländern und Regionen nicht weitere potenzielle Arbeitskräfte durch Abwanderung zu verlieren.
Eine verstärkte Zuwanderung bietet für uns keine Perspektive. Wir können nicht darauf hoffen, dass die gut ausgebildeten Fachkräfte von außen zu uns kommen und unsere Job-Probleme lösen. Mit Einwanderern aus Nicht-EU-Ländern, wie Serbien, Korea oder den Philippinen, werden wir nicht den steigenden Bedarf an qualifizierten Pflegefachkräften abdecken und unseren hohen Versorgungsstand sowie unsere hohe Qualität in der Pflege aufrechterhalten können. Dies ist keine Lösung. Unsere eigenen Arbeitsmarktprobleme müssen wir aus eigener Kraft in den Griff bekommen. Der Schlüssel hierfür ist, die eigenen, bisher ungenutzten Potenziale durch verstärkte Aus- und Weiterbildung sowie ein insgesamt attraktiveres Berufsbild zu erschließen.
Unser Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern sieht seine Zukunft auch als Altersdomizil für Senioren. Hierfür bedarf es jedoch einer medizinischen und pflegerischen Infrastruktur, die ohne gut ausgebildetes Fachpersonal nicht aufrechterhalten werden kann. Daher sind eine gute Ausbildung und eine gute Bezahlung eine Investition in die Zukunft jedes Einzelnen und gleichzeitig eine Investition in die Zukunft unseres Landes, die wir unbedingt tätigen sollten“, so Harry Glawe abschließend.





